Mitarbeiter entlasten Mitarbeiter finden Newsletter abonnieren
Alle Beiträge Mehr aus Website

Baukasten oder individuell? Der ehrliche Vergleich für Ihre Praxis

  • Für Arztpraxen, die Wert auf ihr Personal legen
  • 8 Min. Lesezeit

Eine Website ab ein paar Euro im Monat, in einem Nachmittag selbst zusammengeklickt. Das Angebot ist verlockend, und für manche Zwecke ist es auch die richtige Antwort. Die Frage ist nur, ob eine Arztpraxis dazugehört.

Die ehrliche Antwort hängt an einer einzigen Entscheidung: Soll Ihre Website eine Visitenkarte sein oder soll sie Arbeit abnehmen. Alles andere folgt daraus.

Die Entscheidung in vier Fragen

Die Entscheidung in vier Fragen
  1. 1Wofür?Visitenkarte oder soll die Seite Arbeit abnehmen?
  2. 2Gesundheitsdaten?Sollen Termin- oder Rezeptanfragen darüber laufen?
  3. 3Wie viel Telefon?Eine Woche Strichliste: Wie viele Anrufe sind Termin und Rezept?
  4. 4RechnenMiete mal 36 Monate gegen einmalige Umsetzung stellen

Frage zwei entscheidet in einer Praxis meist alles Weitere.

Wenn ein Baukasten reicht

Wenn Ihre Seite nur Öffnungszeiten, Adresse, Leistungsspektrum und eine Telefonnummer zeigen soll, dann tut ein Baukasten das. Sie sind schnell online, es kostet wenig, und Sie können Öffnungszeiten selbst ändern.

Für eine kleine Praxis mit vollem Patientenstamm, die weder neue Patienten sucht noch unter Telefonlast leidet, ist das eine legitime Entscheidung. Es gibt keinen Grund, Geld auszugeben, wenn die Aufgabe erfüllt ist.

Nur trifft diese Beschreibung auf die wenigsten Praxen zu. Der Test dafür ist einfach und dauert eine Woche: Strichliste am Tresen, fünf Spalten. Wenn Termine und Rezepte zusammen einen kleinen Teil ausmachen, brauchen Sie tatsächlich nur eine Visitenkarte.

Wo es in einer Praxis eng wird

Gesundheitsdaten. Das ist der Punkt, der Praxen von anderen Betrieben unterscheidet. Sobald ein Patient über Ihre Seite einen Termin anfragt oder ein Folgerezept bestellt, verarbeiten Sie besondere Kategorien personenbezogener Daten nach Artikel 9 DSGVO.

Sie brauchen dann eine verschlüsselte Übertragung, eine kontrollierte Speicherung, eine Löschfrist und, wenn ein Dienstleister beteiligt ist, einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO. Bei einem Baukasten wissen Sie oft nicht genau, wo die Formulardaten landen und wer sie sieht. Viele Standardformulare leiten den Inhalt schlicht als unverschlüsselte E-Mail weiter. Genau das können Sie bei Gesundheitsdaten nicht offen lassen.

Tempo. Baukastenseiten bringen viel mit, was Sie nie benutzen, und das lädt trotzdem mit. Google hat die Mobile-First-Indexierung im Juli 2024 abgeschlossen und bewertet ausschließlich die mobile Fassung, dazu die Ladegeschwindigkeit. Wer Ihre Praxis unterwegs sucht und drei Sekunden auf die Öffnungszeiten wartet, ruft stattdessen an.

Die Wege, die entlasten. Genau die Dinge, die Ihr Team entlasten, sind im Baukasten am schwersten umzusetzen: eine Rezeptanfrage mit den richtigen Pflichtfeldern, eine Terminanfrage, die Dringlichkeit unterscheidet, ein Fragenbereich, der wirklich die Fragen Ihrer Patienten beantwortet. Standardformulare können das nicht, weil sie für Kontaktanfragen gebaut sind und nicht für Praxisabläufe.

Austauschbarkeit. Dieselben Vorlagen werden tausendfach benutzt. Bei einer Praxis, bei der Vertrauen die Währung ist, sieht man das.

Die Lücke, um die es eigentlich geht

Was Patienten erwarten und was Praxen anbieten
64 %haben schon online einen Arzttermin gebucht
37 %der Praxen bieten das an

Wenn Ihre Seite diesen Weg nicht anbietet, landet der Wunsch als Anruf am Empfang. Genau hier scheitern Standardformulare aus dem Baukasten.

Quellen: Bitkom Research 2025 (Patienten, repräsentativ) und Bitkom-Befragung von 616 Ärztinnen und Ärzten 2025 (Praxen, nicht repräsentativ).

Nach einer repräsentativen Bitkom-Befragung haben 64 Prozent der Menschen in Deutschland schon online einen Arzttermin gebucht, 2023 waren es erst 36 Prozent. Praxisseitig bieten laut Bitkom etwa 37 Prozent diesen Weg an.

Diese Lücke ist der ganze Punkt. Eine Visitenkarte schließt sie nicht, egal wie schön sie ist.

Die Unterschiede im Einzelnen

Wo die Unterschiede tatsächlich liegen

Baukasten

  • Schnell online, günstiger Einstieg
  • Änderungen selbst möglich
  • Vorlagen, die viele nutzen
  • Formulare für Kontaktanfragen gebaut
  • Viel mitgeliefertes Beiwerk lädt mit
  • Seite liegt meist bei der Plattform

Individuell gebaut

  • Höherer Einstieg, danach nur Betrieb
  • Änderungen über den Dienstleister oder ein Redaktionssystem
  • Sieht aus wie Ihre Praxis
  • Formulare nach Ihren Abläufen, inklusive Pflichtfeldern
  • Es lädt nur, was gebraucht wird
  • Inhalte und Umsetzung gehören Ihnen

Beide Spalten haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, was die Seite leisten soll.

Beachten Sie die letzte Zeile. Bei den meisten Baukästen liegt die Seite auf der Plattform und lässt sich nicht als funktionierende Website mitnehmen. Wenn Sie wechseln wollen, fangen Sie von vorn an. Bei einer individuell gebauten Seite gehören Ihnen Inhalte und Umsetzung, und Sie entscheiden, wo sie liegt.

Was die Miete auf Dauer bedeutet

Vergleichen Sie nie Monatspreise, sondern immer den Betrag über 36 Monate. Ein Baukasten für 20 Euro im Monat kostet über drei Jahre rund 720 Euro, einer für 40 Euro rund 1.440 Euro. Das ist überschaubar und spricht für sich.

Die Rechnung wird erst dann interessant, wenn Sie hinzurechnen, was die Seite nicht abnimmt. Wenn Ihr Team täglich zwanzig Anrufe bearbeitet, die eine bessere Seite abgefangen hätte, und jeder mit Unterbrechung zwei Minuten kostet, sind das rund drei Stunden pro Woche. Über drei Jahre sind das mehrere hundert Stunden Arbeitszeit einer MFA.

Genau an dieser Stelle kippt der Vergleich, und zwar unabhängig davon, was die Umsetzung kostet. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, was die Website kostet, sondern was Ihr Telefon kostet.

Was individuell konkret anders macht

  • Die Formulare passen zu Ihren Abläufen, nicht umgekehrt, inklusive der Angaben, die sonst per Rückruf geklärt werden.
  • Anfragen mit Gesundheitsbezug laufen verschlüsselt und landen an einem Ort, den Sie kontrollieren.
  • Es lädt nur, was gebraucht wird, deshalb ist die Seite auf dem Handy schnell.
  • Barrierearmut ist eingebaut statt nachträglich aufgesetzt, was seit dem BFSG zusätzlich relevant ist.
  • Schriften liegen lokal, Karten laden erst auf Klick. Damit fällt ein ganzes Datenschutzthema weg.
  • Die Seite sieht aus wie Ihre Praxis und nicht wie eine Vorlage.

Die versteckten Kosten beim Baukasten

Der Monatspreis ist beim Baukasten selten der ganze Preis. Diese Posten kommen typischerweise dazu:

PostenWann er auffällt
Eigene Domain und E-MailMeist nicht im Grundpreis enthalten
Formulare ohne WerbeeinblendungErst im höheren Tarif
Statistik und AuswertungHäufig Zusatzmodul
Ihre eigene ArbeitszeitDer größte Posten und der einzige, der nirgends auftaucht
Texte und FotosFällt bei jeder Lösung an, wird beim Baukasten aber oft unterschätzt
Rechtstexte für eine PraxisGeneratoren decken die Berufsangaben nicht ab

Der vierte Punkt ist der entscheidende. Ein Nachmittag Zusammenklicken klingt nach nichts, wird in der Realität aber zu mehreren Abenden, und danach steht eine Seite, die aussieht wie die Vorlage und die Aufgaben nicht abnimmt. Rechnen Sie Ihre eigene Zeit mit, dann wird der Vergleich ehrlich.

Der dritte Weg, den viele übersehen

Zwischen Baukasten und komplettem Neubau liegt eine Möglichkeit, die selten genannt wird: die bestehende Seite behalten und nur die Wege ergänzen, die entlasten. Also Termin- und Rezeptanfrage sowie einen ordentlichen Fragenbereich.

Das lohnt sich, wenn Ihre Seite grundsätzlich in Ordnung ist, also mobil funktioniert, schnell lädt und die Rechtstexte stimmen. Dann ist der Umbau überschaubar und Sie holen den größten Teil des Nutzens.

Es lohnt sich nicht, wenn die Grundlage nicht trägt. Formulare auf eine langsame, unübersichtliche Seite zu setzen bedeutet, dass sie niemand findet.

Was mit Ihrer alten Seite passieren sollte

Wenn Sie umziehen, entscheidet ein technisches Detail darüber, ob Sie Ihre Sichtbarkeit mitnehmen: die Weiterleitungen. Jede bisherige Adresse muss dauerhaft auf die neue passende Seite verweisen. Ohne diese Weiterleitungen laufen alle Verweise ins Leere, die über Jahre entstanden sind, etwa aus Verzeichnissen, aus dem Google-Eintrag oder aus E-Mail-Signaturen.

Zweiter Punkt: Behalten Sie Ihre Domain. Sie ist das Einzige, was wirklich Ihnen gehört, und sie trägt die Wiedererkennung. Eine neue Adresse zu wählen, nur weil sie kürzer ist, kostet Sie mehr, als die neue Seite bringt.

Dritter Punkt: Machen Sie vor dem Umzug eine Liste Ihrer bestehenden Seiten und der Suchbegriffe, über die Menschen bisher kommen. Ohne diese Liste weiß hinterher niemand, was verloren gegangen ist.

Wer die Seite pflegt, ist Teil der Entscheidung

Ein Argument für den Baukasten ist, dass man Öffnungszeiten selbst ändern kann. Das ist ein echter Vorteil, und er wird oft überschätzt.

Fragen Sie sich ehrlich: Wie oft hat in den letzten zwei Jahren tatsächlich jemand etwas an Ihrer Website geändert? In den meisten Praxen lautet die Antwort: einmal, als die Urlaubsvertretung eingetragen wurde. Für diesen Bedarf braucht es keinen Baukasten, sondern nur einen Dienstleister, der innerhalb eines Tages reagiert, oder einen kleinen Bereich, in dem genau diese Angaben pflegbar sind.

Umgekehrt gilt: Wenn Sie tatsächlich regelmäßig Inhalte ändern, etwa weil Sie Aktuelles pflegen oder Beiträge schreiben, dann ist Selbstpflege ein ernstes Argument, und dann sollte das auch bei einer individuellen Lösung vorgesehen sein.

Was Sie einen Anbieter fragen sollten

Egal für welchen Weg Sie sich entscheiden, diese fünf Fragen trennen brauchbare Angebote von unbrauchbaren:

  1. Wo landen die Daten aus meinen Formularen, und wie sind sie unterwegs geschützt? Bei Termin- und Rezeptanfragen ist das die wichtigste Frage überhaupt.
  2. Gehört mir die Seite, und was bekomme ich, wenn ich kündige? Lassen Sie sich das schriftlich geben.
  3. Wie schnell lädt die Seite am Handy, und woran messen Sie das? Eine konkrete Antwort mit Zielwerten ist ein gutes Zeichen.
  4. Wer schreibt die Rechtstexte, und sind die Berufsangaben enthalten? Generatoren decken Kammer und Aufsichtsbehörde nicht ab.
  5. Was kostet eine Änderung, und wie schnell ist sie umgesetzt? Öffnungszeiten müssen am selben Tag änderbar sein.

Wer bei allen fünf Fragen konkret antwortet, hat verstanden, wofür eine Praxis-Website da ist. Wer bei Frage eins ausweicht, sollte für eine Praxis nicht in die engere Wahl kommen.

Der Prüfstein in einem Satz

Zählen Sie eine Woche lang, wie viele Anrufe reine Termin- und Rezeptanliegen sind. Wenn die Zahl klein ist, reicht eine Visitenkarte, und dafür genügt ein Baukasten. Wenn sie groß ist, sprechen wir nicht über Design, sondern über Arbeitszeit Ihres Teams.

Und dann rechnet sich eine Seite, die für genau diese Abläufe gebaut ist, sehr schnell. Nicht weil sie schöner ist, sondern weil sie etwas tut.

Quellen

  1. Bitkom e. V.: Zwei Drittel vereinbaren Arzttermine online (2025)
  2. Bitkom e. V.: Digitalisierung in Praxis und Klinik, Befragung von 616 Ärztinnen und Ärzten (2025)
  3. Google Search Central: Mobile-First-Indexierung, abgeschlossen im Juli 2024 (2024)
  4. Europäische Union: Datenschutz-Grundverordnung, Artikel 9 und Artikel 28 (2016)

Häufige Fragen

Ist ein Baukasten für eine Arztpraxis erlaubt?

Rechtlich verboten ist er nicht. Kritisch wird es, sobald Patienten Termine oder Rezepte darüber anfragen, denn dann verarbeiten Sie Gesundheitsdaten nach Artikel 9 DSGVO und müssen wissen, wo die Daten landen und wie sie geschützt sind.

Ist ein Baukasten nicht günstiger?

Im Einstieg ja, und über drei Jahre bleibt er es beim reinen Seitenpreis. Der größere Kostenfaktor ist die Arbeitszeit am Telefon, die eine Standardseite nicht abnimmt.

Wem gehört eine Baukasten-Website?

In der Regel liegt sie bei der Plattform und lässt sich nicht als funktionierende Seite mitnehmen. Bei einer individuell gebauten Website gehören Ihnen Inhalte und Umsetzung.

Kann ich meine bestehende Seite behalten?

Ja, wenn sie mobil funktioniert, schnell lädt und die Rechtstexte stimmen. Dann reicht es oft, Termin- und Rezeptanfrage sowie einen guten Fragenbereich zu ergänzen.

Woran erkenne ich, was für meine Praxis passt?

Zählen Sie eine Woche lang, wie viele Anrufe reine Termin- und Rezeptanliegen sind. Bei einer kleinen Zahl reicht eine Visitenkarte, bei einer großen geht es um Arbeitszeit Ihres Teams.

Ihr Team entlasten

Eine Praxis-Website soll unnötige Anrufe abfangen, nicht einfach nur online sein.

Reden wir 15 Minuten darüber, was Ihrem Empfang gerade am meisten Zeit kostet. Unverbindlich, ohne Anzahlung.

Lieber direkt? 0911 1440 8532

Newsletter

Die neuen Beiträge direkt ins Postfach.

Immer die aktuellsten Beiträge und hilfreiche Tipps per E-Mail. Kein fester Rhythmus, nur wenn es etwas zu sagen gibt, und mit einem Klick wieder abbestellt.